Desiderata

Ich möchte dieses Gedicht, welches mir in meine Hände gegeben wurde, durch die Hand meines Vaters zu meinem 18. Geburtstag noch etwas schreiben. Erstmal das Rechtliche. Ich erhebe hier keinen Anspruch an gar nichts. Sondern erwähne lediglich, dass diese wundervollen Worte für mich wirklich wie Lebensregeln sind und waren. Sie begleiten mich in so vielen Momenten meines Lebens, dass ich diese für mich magischen Worte all denen schenken möchte, die hier auf meinen Seiten der berater.cc landen. ( Diese Seite gibt es nicht mehr ) 

Hier ein Link zu der Wikipedia, dort steht etwas mehr über das Rechtliche, usw. Soweit ich im Internet recherchiert habe gibt es verschiedene Übersetzungen. Die, die mir mein Vater gab, ist meines Erachtens nach auch die schönste, deshalb möchte ich diese hier darstellen.

Die Desiderata ist und bleibt ein sehr weiser Text. Lebensregeln Kirche von Baltimore 1692

DESIDERATA

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast & sei des Friedens eingedenk, 
den die Stille bergen kann.

Stehe soweit ohne Selbstaufgabe möglich in freundlicher Beziehung zu allen Menschen.

Äußere deine Wahrheit ruhig & klar und höre anderen zu, 
auch den Geistlosen & Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte.

Meide laute & aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist.

Wenn Du Dich mit anderen vergleichst, 
könntest Du bitter werden & Dir nichtig vorkommen; 
denn immer wird es jemanden geben, größer oder geringer als Du.

Freue Dich Deiner eigenen Leistungen wie auch Deiner Pläne.
Bleibe weiter an Deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie bescheiden auch immer. 
Sie ist ein echter Besitz im wechselndem Glück der Zeiten.

In Deinen geschäftlichen Angelegenheiten laß Vorsicht walten; 
denn die Welt ist voller Betrug. 
Aber das soll dich nicht blind machen
gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit.

Viele Menschen ringen um hohe Ideale; 
und überall ist das Leben voller Heldentum.

Sei du selbst, vor allen Dingen heuchele keine Zuneigung. 
Noch sei zynisch, was die Liebe betrifft; 
denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung
ist sie doch immerwährend wie das Gras.

Ertrage freundlich-gelassen den Ratschluß der Jahre, 
gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. 

Stärke die Kraft des Geistes
damit sie Dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. 
Aber beunruhige Dich nicht mit Einbildungen. 
Viele Befürchtungen sind Folge von Erschöpfung & Einsamkeit.

Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu Dir selbst.

Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume & die Sterne; 
Du hast ein Recht hier zu sein. 
Und ob es Dir nun bewusst ist oder nicht:
Zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen.
Darum lebe in Frieden mit Gott,
was für eine Vorstellung Du auch von ihm hast 
und was immer dein Mühen & Sehnen ist.

In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte dir den Frieden mit Deiner Seele.

Trotz all ihrem Schein,
der Plackerei & und den zerbrochenen Träumen ist die Welt doch wunderschön. 
Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein.

Aus der alten St.Pauls Kirche, Baltimore, von 1692.

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